ALLDAY HELL - A huge metal archive (1999-2009) - Soon: A true collection of DIY thoughts and beliefs
Schlachtnacht XV in Göttingen (2009)
30.07.2010 02:47:07
Konzertbericht
Schlachtnacht XV im Göttinger Juzi am 09. Mai 2009
mit Lunatic Dictator, Atlantis, Divine Noise Attack und Inquiring Blood
Organisator Robert und sein Team werden auch nach all den Jahren „Schlachtnacht“ nicht müde, sich die feinsten Undergroundperlen aus Deutschland und dem benachbarten Ausland herauszupicken und nach Göttingen zu karren, wo jüngst am Samstag einmal mehr ca. 130 Metalheads im altehrwürdigen und schaurig-schäbig-kultigen Juzi zusammen kamen, um ganz amtlich die Kuh fliegen zu lassen und einem jeden Besucher klarzumachen, dass der Underground alles andere als tot, sondern viel mehr quietschfidel und höllisch laut ist. Als gegen halb 10 das wüste Schlachten begann, sahen die drei Mitglieder von Lunatic Dictator zunächst relativ verloren aus. Um nicht abzusagen spielten 3/5 der Band auf, Sängerin Steffi ließ verlauten, dass die anderen „zwei Schweine“ (der zweite Gitarrist und der Basser) mit Grippe zu Hause lägen, aha. Schöner Wortwitz hier, brutale Urgewalt trotz nur einer Gitarre dort: Es gibt nicht viele Combos, die es trotz personeller Unterbesetzung immer noch so krachen lassen können wie die drei Darmstädter. Zackig flotter Death Metal mit fiesem Old School Riffing und rasantem Tempo brachte binnen Sekunden die ersten Metalheads zum Bangen und zum Feiern. Die hünenhafte Frontfrau Steffi stachelte die Meute immer wieder erneut an und konterte sowohl „Slayer“, als auch „Wacken“ sowie „Ausziehen“-Rufe sehr gekonnt und ließ nicht den geringsten Zweifel aufkommen, dass die drei zu einem Death Metal Schlachtfest und nicht zum Nachmittagstee angerückt waren. Sehr guter Auftritt, der begeistert angenommen wurde.
Das Highlight des Tages bereits an zweiter Stelle, obgleich „nur“ als Ersatz für die verhinderten Rezet eingesprungen: Die mir bisher leider unbekannten Atlantis aus Northeim hatten ordentlich Fans mitgebracht, so dass es vor der Bühne relativ kuschelig wurde und bereits während des Intros klar wurde, das hier gleich ein nettes Körpergulasch losbricht. Gesagt getan: Die ersten Takte erklingen und ab ging die Post – Mal amerikanisch technisch, dann wieder thrashig old schoolig, hier passt einfach die musikalische Mischung und man kann problemlos erkennen, wie lange die Burschen schon im Geschäft sind. Sehr überzeugendes Stageacting, tightes Zusammenspiel, rege Kommunikation mit dem Publikum und immer wieder technisch überzeugendes Geblaste, Geschrote, Gemoshe und Geprügel, sehr saubere Sache und rundum völlig überzeugend. Ihr habt mich gewonnen!
Komischerweise gab es im Anschluss bei Divine Noise Attack einen kleinen, völlig unverdienten Stimmungseinbruch, vielleicht auch weil sich einige Atlantis Fans nach draußen verzogen, was mich wiederum bei der extremst rauchgeschwängerten Luft nicht verwunderte. Das hält kein Mensch, vor allem als Nichtraucher, länger aus in dem Laden… An der technischen Finesse der alten Herren kann es sicher nicht gelegen haben, dass sich die Reihen leicht lichteten. Divine Noise Attack nehmen ihre Sachen sehr ernst und traten sehr professionell auf, wozu vor allem der glockenklare, sehr brutale und ausgewogene Sound mit dazu gehört. Mit ordentlich Fahrtwind in den Backen schroteten und knatterten die vier Braunschweiger durch alle Grindcore und Death Metal Gewässer hindurch, zwar ohne stilistisch allzu großes Neuland zu betreten, aus musikalischer Sicht boten sie aber die volle professionelle Schlachteplatte mit allem was dazu gehört. Manchmal erschienen mir die Göttinger glatt ein wenig überfordert, da die Braunschweiger wohl doch einen Zacken zu flott und rabiat über deren Köpfe hinwegdonnerten, was konzentriertes Bewegen/Moshen zur Musik schon erheblich erschwert, vielleicht lag es aber auch einfach nur am fairen Bierpreis, dass die Masse zunehmen benebelter herumstand und sich im ganzen Juzi zwecks Party und gemütlichem Plausch verteilte. Selbst der kurzweilige elektrische Zusammenbruch der Lichtanlage brachte die Braunschweiger nicht aus der Ruhe und im Stockfinsteren war schnell klar, welche Band den sprichwörtlich finstersten Metal des Abends zelebrierte: Divine Noise Attack eben.
Inquiring Blood aus Hannover erschienen mir in der Headliner Position eine Spur zu selbstbewusst. Grunzige, grenzwertig arrogante Ansagen / Posing sind vielleicht cool wenn man Lemmy oder Chris Barnes heisst, alternativ dazu 120 kg wiegt und zwei Meter groß ist, ooooder alternativ dazu bei Behemoth oder Vader spielt, aber….nicht hier. Die stilistisch eng gesteckte Marschroute der Band trat sehr schnell zu Tage: Die Burschen kennen Cannibal Corpse ebenso wie Six Feet Under und Hypocrisy, wissen wie man Bolt Thrower mäßig die Gitarren herunterstimmt und Groove mit Blast paart, alles in allem kenne ich diese Mischung nun aber schon derart zur Genüge, dass sich meine Stimmung relativ flott ernüchterte. Musikalisch/technisch sicherlich anständig gemacht und vor allem im vokalen Bereich sehr brutal und überzeugend, aber der Funke sprang nicht wirklich über, so dass das Publikum zunehmend zahmer und lichter wurde, immerhin war es nun auch schon ziemlich spät geworden. Am Stageacting sollten die Hannoveraner vielleicht noch etwas arbeiten. Das Kreisen der Matten während des Spielens kann fett kommen wenn man es mit Energie und Wut in den Backen rüberbringt, wenns allerdings aussieht wie ein Grundkurs Bewegungsgymnastik, wirkt das nicht mehr allzu überzeugend, vor allem wenn die tapsigen Bewegungen nicht zum Takt passen wie des häufigeren bei Basser Erik. Nichts für ungut, hier soll ja keine Band heruntergeputzt werden, ich lasse mich auch gerade nur anNebensächlichkeiten aus. Aber wenn man als Headliner spielt, schauen die Leute eben etwas genauer hin und erwarten einen amtlichen und rundum überzeugenden Schlag in die Fresse. Spielerisch-technisches Können und Potenzial sind ja völlig unüberhörbar da, aber beim nächsten Inquiring Blood Konzert würde ich gerne (im übertragenen Sinne) ein paar Zähne verlieren und nicht nur eine sachte Backpfeife bekommen. Good friendy violent fun geht eben anders. Nehmt es mir nicht übel Jungs, nächstes Konzert: Neue Chance.
Rundum dennoch ein toller Abend mit toller Stimmung, guter Organisation, gemacht von Metalheads für Metalheads mit Spaß, Herz und Hirn. Bis zum nächsten Schlachtfest!
Bericht: Dirk Wettlaufer, 10. Mai 2009
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Anmerkung:
Als Reaktion auf meine Konzertkritik meldeten sich Inquring Blood per Email bei mir, die gerne einige Dinge klargestellt hätten. Auf meine Rückfrage erklärten die Jungs, dass es Ihnen recht sei, ihre Erklärung noch unter den Artikel zu setzen, was ich gerne mache und unkommentiert mal so stehen lasse:
"Find das gut, dass es auch endlich mal ehrliche konstruktive Kritik gibt, ABER: Wir waren nicht freiwillig Headliner und wollten es auch eigentlich nicht sein. Allein schon von der musikalischen Richtung haben wir es DNA gewünscht, die zwei Stunden zu spät zum Soundcheck kamen und bei der Entscheidung somit nicht anwesend waren. Hinter der Bühne gab es ein großes organisatorisches Chaos, aus dem wir gesagt haben "uns ist es egal wann wir spielen..ob als erstes oder letztes" Headliner sollten eigentlich verdientermaßen andere sein und nicht wir(InquiringBlood). Ursprünglich waren wir auch als Opener abgemacht und wurden auch so gebucht !!! Weiß nicht ob das angebracht ist, aber über eine Klarstellung würd ich mich freuen. Kann man uns verübeln, dass wir nach 7stunden warten, 10mal Lineup umstellen, einem Team, dem es irgendwann egal war, wann wer spielt und alles den Bands überlassen hat, anstatt eine klare Ansage zu machen, noch irgendwie lust hatten ? Aber diesen Frust und Ärger, der dann in einer Band wegen solch einer Scheiße steckt kriegt dann natürlich das Publikum ab. "Nehmt es mir nicht übel Jungs, nächstes Konzert: Neue Chance" gerne wieder, wenn alles rundherum auch professioneller geplant ist und wir zu Positionen spielen, die mit uns fest von Anfang an abgemacht sind."
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MY COLD EMBRACE @ Protzen Open Air 2010
04.+05.06.2010 Protzen-Germany
+ ASPHYX + DEMONICAL + more
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About ALLDAY HELL (past and present)
Since 1999 I wrote for Metal Magazines such as Iron Pages, Metallic Zine, Fatal Underground Zine or Diggla Zine. In the past I also wrote for magazines such as Legacy, Plastic Bomb, Powermetal.de and many more. Most of them have been out of print for quite a long time and are really hard to find now. As some of the magazines do not have an archive I decided to build a simple Metal archive with more then 2000 reviews, interviews and reports I ever wrote about Metal / Core / Punk and Avantgarde music so the written material will not get lost... Enjoy and mention, this is just a fucking archive for brutal music! Please notice: You will NEVER find any band in my archive that is racial proud / fascist / rightwing or whatever. Fight for tolerance!
December 2009:
ACTIVE CHAPTER CLOSED: In stupid times of mp3 promotion (Ipool and other rubbish) and massive closures of Metal Webzines I wrote for I decided to quit and to finish the active time of beeing a writer for a commercial scene I start to despite. Just printed Fatal Underground Magazine will get some real DIY release review articles from me. DIY OR DIE!
Sureshot Worx, Gordeon Promotion, Finest Noise Promotion, Century Media Records, Aftermath Music, Apathic View Productions, Archetype Promotion, Einheit Produktionen, Blackfarm Productions, Focusion Promotion, German Underground Crossection, Metal Blade, Mighty Music, Power It Up Records, Rock this town Promotion, Selfmadegod Productions, Deathwish Music, Relapse Records, Plastic Head Promotion, Morbid Records, Twilight Promotion, Peaceville Records, Drakkar , Ranch Records, Candlelight Records, Tyrant Syndicate, Manitou Music, Massacre Records, Cyclone Empire, Listenable Records, Spinefarm Records, Tabu Recordings, Spikefarm Records, Remedy Records, Regain Records, Poem Productions, 666 Records, Trollzorn, Black Blood Records and many many more - THANK YOU for beeing a partner from 1999-2009!
Last update
23. December 2009: ACTIVE CHAPTER closed! Changes soon!
13. July 2009: Darkness by Oath Interview online!
06. July 2009: different site changes
10. Mai 2009: "Schlachtnacht XV" concert Review online!
12. April 2009: 15 new CD/LP Reviews online!
07. April 2009: 11 new CD/LP Reviews online!
06. April 2009: Nachtmystium Interview online!
20. March 2009: Sick Interview online!
25. January 2009: 20 new CD/LP Reviews online!
20. January 2009: Different site changes
04. November 2008: DDP (Der Dicke Polizist) Interview online!
13. October 2008: 8 new CD Reviews online!
12. October 2008: 26 new CD/LP Reviews online!
30. September 2008: Das Scheit Interview online!
22. September 2008: Draugnim Interview online + Metal Message IV CD Review
15. September 2008: Different Site changes
31. August 2008: CD Reviews 2008 complete update! Please read my private notes at the beginning carefully...
31. August 2008: CD Reviews 2007 complete update!
27. August 2008: Party San Festival Review online!
17. June 2008: Calabrese Interview online!
10. June 2008: Machinery Interview online!
12. April 2008: Totenmond + Irate Architect Interviews online!
04. April 2008 MORE UPDATES SOON, I am working on a lot of new stories for example Totenmond Interview, Irate Architect Interview and more!
24. January 2008: Dark Age Interview!
06. January 2008: Different site changes
27. December 2007: Coogans Bluff Interview
17. November 2007: Grabak Interview!
21. August 2007: Packebusch Festival 2007 Concert Review!
09. August 2007: 3 brandnew CD reviews! (Crionics, Entombed, Obliteration)
09. August 2007: years 2002, 2001, 2000 and 1999 are ready, too! More then 2000 articles in total online NOW!
08. August 2007 (more then 900 CD Reviews from 2005, 2004 and 2003 added!)
07. August 2007 (more then 500 CD Reviews from 2006 added!
07. August 2007 (Wolfbrigade Interview!)
12. July 2007 (Obliteration Interview!)
10. July 2007 (Demonical Interview!)
04. July 2007 (19 brandnew CD Reviews 2007 online!)
03. July 2007 (around 300 brandnew reviews of 2007 added)